Wenn du wissen willst, welche Haltung für dich heute die bestmögliche ist, motiviere dich zu einem Sprung, ohne tatsächlich zu springen. Du beugst die Knie ein wenig. Dann bringe lediglich die Knie zurück an ihren Platz. Und betrachte die Anordnung/Aufreihung/Haltung, die dein Körper ganz von selbst eingenommen hat. In der Welt der Imagination kannst du frei sein von den Problemen und Be­schwerden, die du in der Realität vielleicht hast.

Wenn du dir vorstellst, daß du so ideal funktionierst, wie du dir das wün­schst, dann wird der Körper diese Selbst-Sicht verwirklichen wol­len und deinen unbewußten Einfallsreichtum zur Selbstkorrektur nähren.

 

Ein ideal organisierter Körper

 

Ein idealer Körper organisiert sich so, daß er keine Energie ins aufrechte Stehen investieren muß. In diesem Moment magst du besorgt fragen: „ Aber was kann man tun, wenn sich die Krümmung schon in den Knochen festgesetzt hat?“ Wenn zum Beispiel die Gegend um die Schulterblätter in ei­ner buckligen Auswölbung erstarrt ist — wie können dann die feinen wiegenden Bewegungen, geschweige denn die vorgestellten Bewe­gungen diese massiven Ringe um die Rippen und Schulterblätter herum lösen und die Wirbel so lockern, daß sie sich ausstrecken können?

Was du vielleicht nicht weißt, du hättest selbst dann noch ein Problem, auch wenn du die Knochen dort überzeugen könntest, daß sie ihre Betätigung ändern sollen. All die anderen Körperteile haben sich daran gewöhnt, das Gleichgewicht unter­einander an deine individuelle Struktur, so wie sie ist, anzupassen. Erst wenn diese Teile nacheinander gelehrt haben, ihre Art des Funktionierens zu verändern und sich nach der Korrektur zu reorganisieren, besteht die Hoffnung, daß die Veränderung Halt findet.

 

Übung im Sitzen

 

Im Übungsprogramm Knochen fürs Leben gibt es unzählige Bewegungsabläufe, die im Sitzen ausgeführt wer­den können.

Die Rückenlehne des Stuhls, die normalerweise den Rücken stützt und seine Unselbständigkeit fördert, kann in diesem Fall als ein hervorragendes Werkzeug zur Förderung der Aufrechtheit ein­gesetzt werden. Wenn die Rückenlehne bis in die Gegend des obe­ren Rückens reicht, dann hast du ideale Bedingungen, genau in dieser Gegend einzugreifen.

Setze dich auf einen Stuhl. Setze dich auf den vorderen Teil des Sitzes. Lehne dich nach hinten gegen die Rückenlehne und strecke einen Arm nach oben.

Halte den Arm direkt am Kopf, der Oberarm berührt das Ohr. Beuge den Unterarm, so daß der Unterarm oben den Kopf berührt und der Kopf im Winkel des Ellbogens festgehalten wird. Mit der anderen Hand hältst du dich an der Sitz­fläche des Stuhles fest.

Nun zeichne Kreise mit dem Ellbogen an die Decke, der Kopf bleibt in seiner Umarmung und bewegt sich mit. Natür­lich muß der ganze Rumpf mithelfen, um den Ellbogen zu mobilisieren.

Die Oberkante der Rückenlehne be­stimmt, welcher Punkt auf der Wirbelsäule beim Krei­sen nach hinten sich bemerkbar macht.

Du kannst dich mit jedem beliebigen Wirbel gegen diese Kante lehnen, so daß genau in diesem Segment „gemahlen“ wird.

Nachdem du im und gegen den Uhr­zeigersinn mit beiden Armen gekreist hast, nimmst du den Kopf zwischen die überkreuzten Arme, so daß der Nacken nach beiden Seiten hin neutralisiert wird — als ob Kopf und Rücken eine Einheit bildeten — und krei­st auf diese Art weiter.

Rutsche von Zeit zu Zeit auf dem Stuhl ein Stück­chen weiter nach vorne, damit der nächsthöhere Wirbel in den Genuß der „Entrostung“ kommen kann.

 

Mit dieser Übung kommst du DEINER idealen Haltung und Aufgerichtetheit ein wenig näher. Die Wirbel werden entrostet und verlassen sich wieder mehr aufeinander in der Wirbelkette. Die Muskeln brauchen weniger Kraft aufzuwenden.

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