„Bei optimalem Druck durch das Skelett vollzieht sich der Knochenaufbau – egal in welchem Alter“, sagt Georg Duda, Direktor des Julius Wolff Instituts für Biomechanik und Regeneration an der Berliner Charité.

 

Möglichst abrupte Lastwechsel

 

Es gibt schon seit einiger Zeit zuverlässige Studien. Interessanterweise scheinen nicht der absolute Druck entscheidend zu sein. „Viel wichtiger“, so Duda, „scheinen möglichst abrupte Lastwechsel zu sein.“

Das besagt eine Studie, die 255 Athletinnen vor der Menopause in ihrer Knochendichte verglich. Interessanterweise hatten nicht etwa Gewichtheberinnen die stärksten Knochen, sondern Volleyballerinnen – deren Skelett bei jedem Sprung so richtig durchgeschüttelt wurde.

Noch härter rangenommen wurden 60 Frauen zwischen 25 und 50 Jahren in einer Anfang 2014 erschienenen Studie: 16 Wochen lang mussten sie täglich ein Sprungtraining absolvieren.

Ein Teil führte zweimal täglich zehn Sprünge mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen aus, ein anderer Teil der Probandinnen machte das gleiche Programm mit 20 Sprüngen. Dabei wurden Spitzenbelastungen von über 7 g erreicht. Im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Sprungtraining erhöhte sich die Knochendichte der springenden Frauen deutlich.

 

Bewegung ist wichtig für den Erhalt der Knochen

 

Der Biomechaniker Duda: „Wir konnten zeigen, dass die Betroffenen selbst von gemäßigten Belastungen in der Knochendichte profitieren.“ Das menschliche Skelett in der Lage, bis ins hohe Alter die Knochenbildung anzuregen. Dabei scheint sich das Training primär auf den Knochenaufbau auszuwirken, nicht so sehr dagegen auf den Knochenabbau.

„Der Knochen wird im Alter immer spröder und die Osteozyten immer weniger sensibel für mechanische Belastungen“, sagt Duda: „Man kann sich das wie eine Schwerhörigkeit vorstellen.“ Hinzu kommt, dass man sich mit dem Alter immer weniger bewegt. Dadurch komme immer weniger Kraft bei den Zellen an. „Damit fehlen wichtige Signale zum Erhalt und Aufbau des Knochens“, sagt der Knochenforscher. „Das Fenster der mechanischen Belastung wird kleiner und enger.“

Duda rät daher zu so viel körperlicher Aktivität wie möglich: „Wichtig ist, dass sich Menschen bis ins hohe Alter aktiv bewegen.“ Statt eines Schwingplattentrainings empfiehlt er Mobilitätstraining, wie etwa Fersenhüpfen. „Damit lassen sich Muskulatur und Knochen immer noch am besten erhalten.“